Betritt man heute einen großen Konferenzsaal oder ein Auditorium, sieht man oft einen Bildschirm vorne im Raum, der mehr als nur Folien anzeigt. Unter dem Namen des Redners oder im unteren Drittel des Bildschirms läuft in Echtzeit ein Live-Transkript des Gesagten. Dies nennt man Bildschirmuntertitelung, und sie hat sich von einer Nischenfunktion für Barrierefreiheit zu einem Standard bei gut organisierten Präsenzveranstaltungen entwickelt.
Für Veranstalter ist der Vorteil offensichtlich. Ein Bildschirm vorne im Raum erreicht alle gleichzeitig: Hörgeschädigte, Teilnehmer mit einer anderen Muttersprache, Personen, die weiter von der Bühne entfernt sitzen, und alle, die lieber mitlesen möchten. Kein App-Download, keine Anmeldung, kein persönliches Gerät erforderlich.
Dieser Beitrag untersucht, wie Bildschirmuntertitelung bei Präsenzveranstaltungen tatsächlich funktioniert, wo sie den größten Nutzen bietet und wie sie sich im Vergleich zur Alternative auf persönlichen Geräten verhält, wenn Sie entscheiden, was Sie in Ihre nächste Veranstaltung einbauen möchten.
Bildschirmuntertitel sind eine Live-Textanzeige zum gesprochenen Inhalt, die auf einem gemeinsamen Bildschirm und nicht auf dem Smartphone oder Tablet einer einzelnen Person angezeigt wird. Sie werden üblicherweise als Einblendung im unteren Drittel des Hauptbildschirms neben den Folien oder auf einem separaten Untertitelmonitor in Bühnennähe dargestellt.
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Diese Unterscheidung ist wichtig, da sie beeinflusst, wem die Untertitel angezeigt werden und wie sie genutzt werden. Untertitel auf einem persönlichen Gerät sind privat und individuell anpassbar. Sie richten sich nach den Präferenzen des jeweiligen Teilnehmers: Sprache, Schriftgröße, Sitzplatz. Untertitel auf dem Bildschirm hingegen sind für alle Teilnehmer freigegeben und statisch. Alle im Raum sehen denselben Text, am selben Ort und zur selben Zeit.
Keiner der beiden Ansätze ist an sich besser. Sie lösen unterschiedliche Probleme, und viele gut geplante Veranstaltungen nutzen beide.
Die Funktionsweise ist dieselbe, egal ob die Untertitel auf einem Smartphone oder einem Projektor angezeigt werden: Die gesprochenen Worte werden vom Mikrofon erfasst, durch automatische Spracherkennung verarbeitet und innerhalb von ein bis zwei Sekunden in Text umgewandelt. KI-gestützte Systeme unterscheiden sich darin, wie gut sie mit schnellem, überlappendem oder akzentuiertem Sprechen mithalten und wie präzise sie Namen, Akronyme und Fachbegriffe verarbeiten, die von herkömmlichen Transkriptionssystemen oft falsch dargestellt werden.
Bei Veranstaltungen vor Ort muss der Text auf einem physischen Display und nicht nur in einem Browser-Tab angezeigt werden. Dies bedeutet in der Regel, den Untertitel-Feed in die bestehende AV-Anlage des Veranstaltungsortes zu integrieren: entweder in dasselbe System wie die Hauptbildschirme oder, falls die Raumgestaltung dies erfordert, auf einen separaten Untertitel-Monitor. Eine gelungene Integration, rechtzeitig vor Veranstaltungsbeginn, ist entscheidend dafür, ob die Untertitel sich nahtlos in die Veranstaltung einfügen oder nachträglich hinzugefügt werden.
Mehrsprachige Veranstaltungen bieten eine weitere Ebene. Anstatt die Worte des Sprechers im Saal anzuzeigen, kann das System übersetzte Untertitel einblenden, sodass ein Bildschirm vorne im Raum den Vortrag in der Sprache wiedergibt, die die meisten Zuhörer tatsächlich lesen.
Bildschirmuntertitel erweisen sich vor allem in einigen wiederkehrenden Situationen als äußerst nützlich. Große Hörsäle und Bühnen für Keynotes profitieren davon, da ein geteilter Bildschirm sich an jede Raumgröße anpasst, ohne dass die Teilnehmenden ein eigenes Gerät bedienen müssen. Auch Podiumsdiskussionen und dynamische Fragerunden profitieren, da Untertitel es dem Publikum ermöglichen, mehreren Sprechern folgen zu können, ohne zwischen den Geräten wechseln zu müssen. Veranstaltungen mit einem hohen Anteil an nicht-muttersprachlichen Teilnehmenden profitieren ebenfalls, da ein gemeinsamer, korrekt übersetzter Untertitel-Feed eine Barriere beseitigt, ohne jemanden auszugrenzen oder zu zwingen, nach alternativen Lösungen zu suchen.
Es gibt auch einen einfachen praktischen Grund: Nicht jeder Teilnehmer verfügt über ein aufgeladenes Smartphone, das mit dem WLAN des Veranstaltungsortes verbunden ist und eine Untertitelungs-App ausführen kann. Ein Bildschirm vorne im Raum verlangt den Teilnehmern hingegen keinerlei Aufwand.
Die beiden Übertragungsmethoden ergänzen sich, anstatt miteinander zu konkurrieren. Bildschirmuntertitel eignen sich für einen gemeinsamen, einsprachigen oder in einer einzigen Übersetzung verfügbaren Feed, den alle Teilnehmenden im Raum passiv nutzen können. Sie sind ideal für Keynotes, Plenarsitzungen und alle Veranstaltungen, bei denen die meisten Zuhörer die gleiche Erfahrung wünschen.
Die Untertitelung auf persönlichen Geräten eignet sich hingegen für Zielgruppen mit unterschiedlichen Sprachbedürfnissen, da jeder Teilnehmer die gewünschte Untertitelsprache auf seinem eigenen Bildschirm auswählen kann. Sie ist auch für Teilnehmer geeignet, die die Textgröße anpassen oder die Untertitel nach ihren Wünschen positionieren möchten – Funktionen, die ein gemeinsam genutzter Bildschirm im Veranstaltungsort nicht für jede Person bietet.
Viele Veranstalter nutzen Bildschirmuntertitel im Hauptsaal und bieten die Möglichkeit, Untertitel auf persönlichen Geräten für Breakout-Sessions oder für Teilnehmende, deren Sprache nicht auf dem Hauptbildschirm verfügbar ist, zu aktivieren. Wenn man beides von Anfang an berücksichtigt, anstatt das eine als Notlösung für das andere zu betrachten, trägt dies in der Regel zu einer insgesamt barrierefreieren Veranstaltung bei.
Drei Punkte sollten vor einer Veranstaltung geklärt werden, da sie darüber entscheiden, ob Untertitel nahtlos integriert werden oder am Veranstaltungstag störend wirken. Erstens: Kann der Untertitelungsanbieter direkt in die AV- und Bildschirmausstattung Ihres Veranstaltungsortes integriert werden und benötigt er kein separates Display? Zweitens: Wie verarbeitet das System branchenspezifische Fachbegriffe? Falsch verstandene Namen oder Fachjargon im Untertitel-Feed untergraben das Vertrauen in das gesamte System. Drittens: Klären Sie die Bearbeitungszeit für übersetzte Untertitel ab, falls die Veranstaltung mehrsprachig ist. Eine Verzögerung von einigen Sekunden wird auf einem großen Bildschirm deutlich sichtbar und störend.
Die richtige Planung dieser Details, anstatt sie erst am Tag der Veranstaltung zu testen, sorgt dafür, dass die Bildschirmuntertitelung als natürlicher Bestandteil des Ereignisses wahrgenommen wird und nicht als zusätzliches Element.
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