Lernbereich | Interprefy

Das Jahr, in dem mehrsprachige Zugänglichkeit zum Mainstream wurde

Verfasst von Nicholas Barker | 30. Juni 2025

Es gab eine Zeit — nicht vor langer Zeit — als das Anbieten von Dolmetschen bei Veranstaltungen wie eine Geste der Großzügigkeit wirkte. Etwas darüber hinaus. Jetzt? Im Jahr 2025 wird es schnell zur Norm.

Ein Teil dieser Veränderung hängt mit der Gesetzgebung zusammen. Aber es geht auch darum, was das Publikum erwartet. Sie kommen aus Dutzenden von Ländern, schalten sich auf verschiedenen Geräten ein und fragen zunehmend: Kann ich das tatsächlich in meiner eigenen Sprache verfolgen?

 

Barrierefreiheit ist kein nachträglicher Hinweis mehr 

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. In diesem Jahr trat das European Accessibility Act (EAA) trat in Kraft — und bringt neue Erwartungen (und Konsequenzen) dafür, wie Organisationen digitale Dienste bereitstellen, einschließlich virtueller und hybrider Veranstaltungen.

Wenn Sie im Veranstaltungs- oder Kommunikationsbereich tätig sind, haben Sie das Akronym wahrscheinlich schon seit Monaten gehört. Aber die Realität setzt sich durch: Barrierefreiheit umfasst jetzt die Unterstützung in Echtzeit‑Sprachen.

Live-Untertitel. Echtzeit-Übersetzung. Untertitel werden direkt an jemand’s Mobiltelefon geliefert. Diese sind nicht mehr nur Extras — sie werden schnell zu Anforderungen.

Der Weckruf des Livestreams

Es ist nicht mehr nur Konferenzen oder Webinare. Denken Sie größer. Denken Sie an Fernsehauszeichnungen, hochkarätige Podiumsdiskussionen, Keynote‑Präsentationen, die Tausende online erreichen. Nehmen Sie die European Film Awards im letzten Jahr. Die Teilnehmenden konnten einen QR‑Code scannen und sofort auf live captions auf ihren Smartphones in mehreren Sprachen. Keine komplizierte Konfiguration, kein Login — nur sauberer, sofortiger Zugriff auf den Inhalt. Für einige im Publikum war das nicht nur hilfreich — es war die einzige Möglichkeit, dem Gesagten zu folgen.

Und das ist genau der Punkt. Echtzeit-Sprachzugang ist kein Gefallen mehr. Es ist eine Grundlage.

KI-Sprachübersetzung ist gut. Aber nicht perfekt.

Während die Technologie sich schnell verbessert, ist sie nicht fehlerfrei. Es gibt Probleme mit Genauigkeit, Ton und technischem Fachvokabular — besonders in hochriskanten Umgebungen wie Investorenanrufen oder juristischen Gipfeln. Deshalb setzen viele Organisationen weiterhin auf Live-Dolmetscher für kritische Sitzungen, manchmal kombiniert man KI mit menschlicher Expertise, um das Beste aus beiden Welten zu erhalten.

Es’s nicht die Frage, dass das eine das andere ersetzt. Es’s geht darum, ein Gleichgewicht zu finden — und zu erkennen, wo Qualität weiterhin von Bedeutung ist.

Hybrid-Events haben gerade die Messlatte erhöht

Für Veranstalter haben hybride Formate die Welt eröffnet — aber sie’ve auch Komplexität eingeführt. Wenn Sie’re mit physischen Zielgruppen, entfernten Zuschauern, mehreren Sprachen und unterschiedlichen Technologiekundigkeiten umgehen, kann es schnell unübersichtlich werden.

Was funktioniert gerade? Einfachheit.

Statt Headsets zu verteilen oder Dolmetscherkabinen zu bauen, setzen mehr Veranstalter auf QR code captioning und browserbasierte Dolmetscher‑Tools. Es ist für den Nutzer einfach und auf der Backend‑Seite skalierbar.

Bei Interprefy, ist dies fast zum Standard bei groß angelegten globalen Veranstaltungen geworden — von Technologiekonferenzen bis hin zu institutionellen Konferenzen.

Vielleicht merken Sie nicht einmal, dass es geschieht. Doch hinter den Kulissen sorgt der Sprachzugang dafür, dass diese hybriden Erlebnisse funktionieren.

Innerhalb der Organisation gelten dieselben Regeln

Es ist einfach, sich darauf zu konzentrieren, was Ihre Kunden oder Teilnehmenden benötigen — aber was ist mit Ihrem Team?

Multinationale Unternehmen arbeiten häufig auf Englisch, aber das bedeutet nicht, dass alle auf dem gleichen Stand sind. Führungsupdates, Strategieeinführungen und interne Q&As gehören zu den wichtigsten Momenten der Unternehmenskultur. Wenn Menschen nicht verstehen, was gesagt wird, sind die Folgen subtil, aber bedeutend: Entfremdung, Verwirrung, fehlender Kontext.

Eine Harvard Business Review-Studie bestätigte dies: wenn Mitarbeitende Informationen in ihrer Muttersprache hören, sie sind eher geneigt, ihr zu vertrauen — und danach zu handeln. Sprachzugang ist nicht nur eine Frage der Compliance. Es geht um Abstimmung.

Was das für die kommenden Monate bedeutet

Es gibt einen stillen, aber wichtigen Wandel, der sich in der gesamten Branche vollzieht. Barrierefreiheit, einst als technischer Checklistenpunkt betrachtet, wird jetzt am Strategietisch diskutiert. Der Europäisches Barrierefreiheitsgesetz könnte der Funke sein, doch die Dynamik ist global. In den USA hat das Justizministerium kürzlich veröffentlicht neue Regeln für barrierefreie digitale Erlebnisse. In Asien und Lateinamerika reagieren Veranstalter auf die Nachfrage eines mehrsprachigen Publikums, nicht nur um Anforderungen zu erfüllen — sondern um die Reichweite zu erweitern.

Letztendlich geht es bei Veranstaltungen um Verbindung. Und Verbindung entsteht nicht, wenn nicht jeder versteht, was gesagt wird.

Was können Sie daraus mitnehmen?

Sprachliche Inklusion ist kein zukünftiges Ziel — es ist eine gegenwärtige Erwartung.

Und während die Werkzeuge sich schnell weiterentwickeln, kommt es darauf an, wie Sie sie einsetzen.

Egal, ob Sie eine Konferenz organisieren, ein All‑Hands‑Meeting ausrichten oder Ihre nächste große Ankündigung live streamen, die Botschaft ist klar:

Wenn Sie gehört werden möchten, sprechen Sie deren Sprache.